Wir laden ein zur Nacht der offenen Kirchen in Solingen am 5. Oktober 2018

Liebe Solingerinnen und Solinger,

die Kirchen stehen offen – für einen ganzen Abend, überall in unserer Stadt. Endlich ist es wieder so weit, dass die Gemeinden ihre Türen öffnen. Jeder ist eingeladen hereinzukommen, sich umzusehen und ein Bild davon zu gewinnen, was hinter den Kirchentoren so alles passiert. Und in diesem Jahr, so meine ich, verdient die „Nacht der offenen Kirchen“ besonders viel Aufmerksamkeit. Denn die Welt hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Die Atmosphäre, die 2018 herrscht, unterscheidet sich von der der Jahre 2007, 2009 und 2013, als in Solingen die ersten Kirchennächte stattfanden.

Das Klima ist rauer geworden, der Ton schärfer. Es ist mehr Härte in unserer Gesellschaft zu spüren. Mitunter hören und lesen wir von erschreckend viel Feindseligkeit. Wir erleben in unserem Alltag mehr von den hässlichen Seiten, die uns vielleicht lange verborgen geblieben sind. In dieser Atmosphäre, die so viel Unwohlsein bereitet, öffnen sich unsere Kirchen und bitten die Menschen zu sich herein - ganz gleich, ob sie gläubig sind oder nicht. Sie machen Licht. Auf diese Weise senden die Christen ein warmes Signal des Miteinanders in die Stadt. Und so, wie die Kirchen  für die Hoffnung stehen und die Solinger an diesem Abend zu sich rufen, wünschen sich die Gemeinden, möglichst viele Menschen zu erreichen, die mit offenen Herzen zu ihnen kommen. In einer Zeit, in der sich viele Türen und Herzen verschließen, reichen die Christen ihre Hände. Sie wollen die Schlösser sprengen, die so vieles versperren.  Das ist die Botschaft, die von diesem tollen Abend ausgeht: Kommt, schaut, seid neugierig und redet.

Nachdem ich in der Vergangenheit als einer von vielen tausend Besuchern während der Kirchennächte unterwegs war, übernehme ich in diesem Jahr mit großer Freude erstmals die Schirmherrschaft. Rund 25 Kirchen und Gemeindehäuser gestalten ein Programm, das am 5. Oktober um 18 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in St. Clemens beginnt. Danach haben die Besucher die Chance, Menschen anderer Konfessionen, Generationen und Stadtteile in ihren katholischen, evangelischen oder freikirchlichen Gotteshäusern kennenzulernen. Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen. Denn es sind die vielen ehrenamtlich Engagierten, die uns diese Begegnungen ermöglichen!

Das Angebot, das die Besucher während der „4. Solinger Nacht der offenen Kirchen“ erwartet, ist so bunt und vielfältig, wie es die Gemeinden und ihre Mitglieder sind, die uns dazu einladen. Es erwarten Sie ein Krimi-Quiz, Theater, Taizé-Gesänge, Chansons, Gospel- und Filmmusik, Meditation, Puppenspiele, Gebete und Turmbesteigungen – Kirche präsentiert sich lebendig und offen für alle. Die Gemeinden St. Clemens und Ketzberg feiern zudem ihr 125-jähriges bzw. ihr 150-jähriges Bestehen. Meine herzliche Gratulation zu diesen Jubiläen.

Ich wünsche uns allen tolle Begegnungen, gesegnete Gespräche – und eine Nacht, die noch lange in unseren Herzen und Köpfen nachwirkt.

Ihr und Euer

Tim Kurzbach
(Oberbürgermeister der Stadt Solingen und Schirmherr der 4. Solinger Nacht der Kirchen)

Wir danken unseren Unterstützern.